Abgenagte Rinde an einem Ast mit freigelegtem Holz als Schaden durch Hornissen an Rinde und Holz
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Schäden durch Hornissen: Rinde, Holz und Gebäude

Hornissen schaben an Sträuchern wie Flieder Rinde ab, um an Saft zu gelangen. Das sieht dramatisch aus, bleibt aber meist oberflächlich. An tragender Bausubstanz richten sie in aller Regel keinen ernsten Schaden an.

Welche Spuren Hornissen wirklich hinterlassen

Hornissen gelten zu Unrecht als Bauschädlinge. Anders als etwa Holzschädlinge fressen sie kein gesundes, verbautes Holz und zersetzen keine Statik. Die Spuren, die sie hinterlassen, betreffen vor allem die Rinde einzelner Sträucher sowie oberflächliche Begleiterscheinungen am Nistplatz. Wer weiß, was tatsächlich passiert, kann den vermeintlichen Schaden meist gelassen einordnen.

Das Ringeln: Rinde an Sträuchern

Erwachsene Hornissen ernähren sich überwiegend von zuckerhaltigem Pflanzensaft. Um daran zu gelangen, schaben sie an dünnen Zweigen die Rinde ringförmig ab, das sogenannte Ringeln. Besonders betroffen sind saftreiche, weichrindige Gehölze:

  • Flieder als klassischer Favorit.
  • Esche und junge Eiche.
  • Vereinzelt weitere Sträucher mit weicher Rinde.

An den abgeschabten Stellen tritt Saft aus, an dem die Tiere sich laben. Auf den ersten Blick wirkt das alarmierend, vor allem wenn ein ganzer Zweig ringsum bearbeitet wurde. In den allermeisten Fällen bleibt der Schaden jedoch oberflächlich, und betroffene Sträucher erholen sich. Einzelne stark geringelte Zweige können absterben, was ein gesunder Strauch aber gut verkraftet. Solche Schabstellen sind übrigens ein nützliches Anzeichen, dass ein Nest in der Nähe ist, wie unter Anzeichen eines Hornissennests beschrieben.

Wichtig: Nistmaterial kommt nicht von der Rinde

Ein verbreiteter Irrtum ist, Hornissen bauten ihr Nest aus der abgeschabten Rinde. Tatsächlich nutzen sie für den Nestbau morsche, halb zersetzte Holzfasern von Totholz und alten Ästen, die sich leichter zu der papierartigen Nestmasse verarbeiten lassen. Das Ringeln dient ausschließlich der Saftaufnahme, nicht dem Baumaterial.

Schaden am Gebäude: meist gering

An der Bausubstanz richten Hornissen in der Regel keinen ernsthaften Schaden an. Sie nisten in vorhandenen Hohlräumen wie Rollladenkästen, Dachböden oder Verschalungen, nagen aber kein tragendes Holz weg. Mögliche Begleiterscheinungen sind eher kosmetischer Natur:

  • Kotspritzer unter dem Einflugloch, die Fassade oder Boden verschmutzen.
  • Herabfallende Reste von Beuteinsekten und Nistmaterial.
  • In seltenen Fällen Feuchtespuren, wenn ein Nest in einem ungünstig belüfteten Hohlraum sitzt.

Diese Spuren lassen sich nach dem natürlichen Nestende im Herbst meist einfach reinigen. Da ein Nest nur eine Saison genutzt wird und nicht wiederbesiedelt wird, bleibt die Belastung zeitlich begrenzt. Mehr zum Jahresverlauf unter Lebenszyklus der Hornisse.

Schaden im Vergleich zu echten Holzschädlingen

Um den geringen Schaden durch Hornissen einzuordnen, lohnt der Vergleich mit echten Holzschädlingen. Insekten wie der Hausbock oder Nagekäfer und Pilze wie der Echte Hausschwamm zersetzen tragendes, verbautes Holz und können die Statik eines Gebäudes ernsthaft gefährden. Hornissen tun nichts dergleichen. Sie nutzen lediglich vorhandene Hohlräume als Quartier und tragen für ihr Nest morsches Totholz von außen ein. Verbautes, gesundes Holz greifen sie nicht an. Wer also ein Hornissennest im Rollladenkasten oder auf dem Dachboden entdeckt, muss keine Sorge um die Bausubstanz haben. Die Aufregung, die ein Nest auslöst, steht in keinem Verhältnis zum tatsächlichen baulichen Risiko.

Heilen geringelte Sträucher wieder?

In den meisten Fällen ja. Die Rinde vieler betroffener Gehölze wie Flieder erneuert sich, und der Saftfluss reguliert sich nach dem Ende der Saison. Ein gesunder, etablierter Strauch übersteht das Ringeln in der Regel ohne bleibenden Schaden, selbst wenn einzelne dünne Zweige absterben. Junge oder ohnehin geschwächte Pflanzen reagieren empfindlicher, doch auch hier bleibt der Verlust meist auf wenige Triebe begrenzt. Eine Bekämpfung der Tiere ist deshalb weder verhältnismäßig noch erlaubt. Sinnvoller ist es, den natürlichen Nutzen der Tiere zu sehen, den der Beitrag Nutzen der Hornisse beschreibt.

Wann ein Nest dennoch problematisch ist

Nicht der bauliche Schaden, sondern der Standort entscheidet meist über Handlungsbedarf. Sitzt das Nest direkt am Hauseingang, an einem Kinderzimmerfenster oder im täglich genutzten Rollladenkasten, kann der enge Flugverkehr den Alltag einschränken. In solchen Fällen, und wenn Allergiker im Haushalt leben, ist eine Lösung sinnvoll. Da die Europäische Hornisse geschützt ist, darf das Nest aber nicht eigenmächtig entfernt werden. In Betracht kommt eine genehmigte fachgerechte Umsiedlung.

Was Sie bei Schäden tun und lassen sollten

  • Gelassen bleiben: Geringelte Sträucher erholen sich meist von selbst. Eine Bekämpfung der Tiere ist weder nötig noch erlaubt.
  • Reinigen nach der Saison: Kot- und Nistreste lassen sich nach dem Nestende im Herbst entfernen.
  • Hohlräume vorbeugend sichern: Im Frühjahr, vor der Nestgründung, können Sie Rollladenkästen und Verschalungen abdichten. Wie das geht, zeigt der Beitrag Hornissen vorbeugen.
  • Nicht selbst eingreifen: Das Töten der Tiere oder Zerstören des Nestes ist ohne Genehmigung verboten.

Fazit

Der Schaden durch Hornissen wird fast immer überschätzt. Die Tiere zerstören keine Bausubstanz und ihre Rindenspuren sind in der Regel harmlos. Echter Handlungsbedarf entsteht weniger durch Schäden als durch einen ungünstigen Neststandort, der den Alltag betrifft.

Häufige Fragen

Schädigen Hornissen Bäume und Sträucher dauerhaft?

Meist nicht. Hornissen schaben an Flieder, Esche oder Eiche Rinde ab, um an Saft zu gelangen. Der Schaden bleibt in der Regel oberflächlich, und gesunde Sträucher erholen sich. Einzelne stark geringelte Zweige können absterben, was der Strauch aber verkraftet.

Können Hornissen mein Haus beschädigen?

In der Regel nicht. Sie nisten in vorhandenen Hohlräumen, nagen aber kein tragendes Holz weg. Begleiterscheinungen wie Kotspritzer oder herabfallende Reste sind kosmetisch und lassen sich nach dem Nestende reinigen.

Bauen Hornissen ihr Nest aus der Baumrinde, die sie abschaben?

Nein, das ist ein Irrtum. Das Ringeln dient nur der Saftaufnahme. Für den Nestbau nutzen Hornissen morsche, halb zersetzte Holzfasern von Totholz, die sie zu einer papierartigen Masse verarbeiten.

Was kann ich gegen geringelte Sträucher tun?

In der Regel nichts Akutes. Betroffene Gehölze erholen sich meist von selbst. Eine Bekämpfung der geschützten Tiere ist weder nötig noch erlaubt. Vorbeugend können Sie im Frühjahr Hohlräume am Gebäude sichern.

Muss ich ein Nest entfernen lassen, wenn ich Schäden befürchte?

Selten allein wegen Schäden. Ausschlaggebend ist eher der Standort. Sitzt das Nest an einem viel genutzten Ort oder leben Allergiker im Haus, kann eine genehmigte fachgerechte Umsiedlung sinnvoll sein. Eigenmächtiges Entfernen ist verboten.

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