Intaktes Mauerwerk und Fensterrahmen ohne Gebäudeschäden durch Hummeln
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Richten Hummeln Schäden am Gebäude an?

Hummeln nagen kein Holz, graben keine Gänge und durchfeuchten keine Wände – sie beziehen vorhandene Hohlräume. Bauschäden richten sie praktisch nicht an. Hier lesen Sie, was wirklich stimmt und welche Ausnahmen es gibt.

Wenn Hummeln plötzlich in der Fassade, im Rollladenkasten oder unter dem Dach ein- und ausfliegen, ist die erste Sorge oft: Beschädigen die Tiere mein Haus? Die beruhigende Antwort vorweg: Hummeln gehören zu den harmlosesten Untermietern, die ein Gebäude haben kann. Sie sind reine Hohlraumnutzer und keine Baumeister, die sich durch Material arbeiten.

Warum Hummeln keine Bausubstanz angreifen

Anders als etwa Holzbienen oder bestimmte holzzerstörende Insekten nagen Hummeln nichts an. Sie graben auch keine eigenen Höhlen, sondern suchen sich fertige Hohlräume: verlassene Mäusenester im Boden, Spalten hinter der Verschalung, den leeren Raum im Rollladenkasten oder Dämmwolle unter dem Dach. Dort bauen sie aus körpereigenem Wachs ihre unregelmäßigen Töpfchen. Holz, Mörtel, Putz, Klinker oder Dämmstoff bleiben dabei unberührt – die Hummeln verändern das Material nicht, sie nutzen nur den Platz darin.

Auch das oft befürchtete Feuchtigkeitsproblem entsteht nicht: Ein Hummelvolk produziert kaum Feuchtigkeit, schon weil es mit 50 bis 600 Tieren klein bleibt und nur eine einzige Saison besteht. Auch nach dem Abzug bleibt das Mauerwerk trocken und intakt.

Was an den Sorgen dran ist

In Foren von Hausbesitzern tauchen immer wieder dieselben Befürchtungen auf. Hier eine ehrliche Einordnung:

  • "Hummeln fressen meine Dämmung weg": Nein. Hummeln können in Dämmwolle nisten und sie etwas zusammendrücken, fressen sie aber nicht. Der "Schaden" ist lokal begrenzt und meist bedeutungslos.
  • "Sie höhlen Holzbalken aus": Nein. Hummeln schaben kein Holz ab und bohren keine Löcher. Wer Bohrlöcher im Holz findet, hat es eher mit Holzbienen oder Holzschädlingen zu tun.
  • "Sie sprengen die Fuge auf": Nein. Hummeln nutzen vorhandene Ritzen als Einflug, erweitern sie aber nicht.

Mit welchen Tieren echte Schäden verwechselt werden

Wer am Haus tatsächlich Materialschäden entdeckt, hat es meist nicht mit Hummeln zu tun. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit diesen Arten:

  • Holzbienen: Die große, dunkelblau schimmernde Blaue Holzbiene nagt zur Nestanlage tatsächlich Gänge in morsches oder unbehandeltes Totholz, Balken oder Holzverkleidungen. Sie wird wegen ihrer Größe und ihres Brummens oft für eine Hummel gehalten, ist aber eine andere Wildbiene.
  • Holzzerstörende Käfer und Pilze: Bohrlöcher, Bohrmehl oder bröseliges Holz deuten auf Hausbock, Nagekäfer oder Pilzbefall hin – nicht auf Hummeln.
  • Wespen: Sie zernagen Holz zu Papier für ihre Waben, schädigen damit aber das Quellmaterial, nicht die Bausubstanz.

Findet man also Bohrmehl oder Fraßspuren, lohnt eine genaue Bestimmung. Hilfe bei der Abgrenzung gibt der Beitrag Hummel, Biene oder Wespe?.

Wann überhaupt etwas zu tun ist

Da Hummeln baulich nicht schaden, ist Dulden in den allermeisten Fällen die richtige Entscheidung – das Volk stirbt im Spätsommer oder Herbst von selbst ab, und die alte Niststelle wird im Folgejahr in der Regel nicht erneut bezogen. Mehr dazu im Beitrag Hummeln dulden und fördern.

Es gibt aber Situationen, in denen die Lage störend ist, ohne dass das Gebäude leidet:

  • Das Einflugloch liegt direkt an einer viel genutzten Tür, einem Kinderfenster oder am Lieblingssitzplatz.
  • In der Familie lebt eine Person mit nachgewiesener Insektengift-Allergie.
  • Der Rollladen lässt sich wegen des Nestes nicht mehr bewegen.

In solchen Fällen geht es nicht um Gebäudeschutz, sondern um Sicherheit und Nutzbarkeit. Auch dann darf das Nest aber nicht einfach beseitigt werden: Hummeln sind besonders geschützt. Welche Regeln gelten, fasst Hummeln und Artenschutz zusammen.

Indirekte Folgen richtig einschätzen

Ein realer, wenn auch harmloser Nebeneffekt: Nach dem Absterben des Volkes bleiben Wachsreste und tote Tiere im Hohlraum zurück, die andere Insekten anlocken können. Bei einem Nest im Rollladenkasten lohnt es sich deshalb, den Kasten nach der Saison fachgerecht zu reinigen und den Einflugspalt vorzubeugen. Wie das geht, zeigt Hummelnest vorbeugen. Eine Beeinträchtigung der Statik oder der Bausubstanz ist damit aber nie verbunden.

Kurz gesagt: Hummeln am Haus sind ein Naturschauspiel auf Zeit, kein Bauschaden. Wer ihnen einen Sommer lang den Hohlraum gönnt, hat danach in aller Regel keinerlei Spuren am Gebäude.

Häufige Fragen

Können Hummeln Holzbalken oder Dachstühle beschädigen?

Nein. Hummeln nagen kein Holz und bohren keine Gänge. Sie nutzen nur vorhandene Hohlräume. Bohrlöcher im Holz stammen eher von Holzbienen oder Holzschädlingen, nicht von Hummeln.

Fressen Hummeln die Dämmung im Dach?

Nein. Hummeln können in Dämmmaterial nisten und es leicht zusammendrücken, fressen es aber nicht. Der Eingriff ist lokal und ohne statische Bedeutung.

Verursachen Hummeln Feuchtigkeit oder Schimmel in der Wand?

Nein. Ein Hummelvolk ist klein und produziert kaum Feuchtigkeit. Es besteht nur eine Saison, danach löst sich das Nest auf. Ein Feuchteschaden entsteht dadurch nicht.

Bleiben nach der Saison Schäden zurück?

Nein, allenfalls Wachsreste und tote Tiere im Hohlraum, die andere Insekten anlocken können. Eine Reinigung des Rollladenkastens nach der Saison genügt; die Bausubstanz bleibt unversehrt.

Sollte ich das Nest entfernen lassen, um Schäden vorzubeugen?

Aus baulicher Sicht ist das nicht nötig, weil keine Schäden drohen. Zudem sind Hummeln besonders geschützt und dürfen nicht ohne Genehmigung der Naturschutzbehörde beseitigt werden. Dulden ist meist die beste Lösung.

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