Hummelnest vorbeugen: Spalten abdichten
Hummeln nisten in vorhandenen Hohlräumen am Haus. Wer Rollladenkästen, Mauerritzen und Fassadenspalten rechtzeitig abdichtet, beugt einer Besiedlung wirksam vor – allerdings nur außerhalb der Brutzeit und ohne ein bestehendes Nest einzuschließen.
Der beste Schutz vor einem Hummelnest am Haus ist, den Tieren gar nicht erst einen passenden Hohlraum anzubieten. Da Hummeln keine eigenen Höhlen graben, sondern fertige Spalten und Kammern beziehen, lässt sich mit gezieltem Abdichten viel erreichen. Wichtig ist nur das richtige Timing: Vorbeugen ja, aber niemals ein bewohntes Nest verschließen.
Wo Hummeln am Haus typischerweise einziehen
Bevor Sie abdichten, lohnt ein Rundgang ums Haus. Bevorzugte Einflugstellen sind:
- Rollladenkästen mit Spalt am Gurtaustritt oder an der Revisionsklappe
- offene Stoßfugen und Mauerritzen im Klinker
- Hohlräume hinter Fassadenverschalungen und Verkleidungen
- Spalten unter Dachziegeln, an Traufkästen und Ortgängen
- defekte Lüftungsgitter und offene Entwässerungsöffnungen
Welche Hinweise auf eine bereits erfolgte Besiedlung deuten, fasst der Beitrag Anzeichen für ein Hummelnest am Haus zusammen.
Der richtige Zeitpunkt: nur ohne Nest
Das A und O beim Vorbeugen ist der Zeitpunkt. Dichten Sie nur dann ab, wenn sich nachweislich kein Nest im Hohlraum befindet – idealerweise im Spätherbst oder Winter, wenn ein eventuelles Vorjahresvolk längst abgestorben ist, oder im zeitigen Frühjahr, bevor die Königinnen auf Nistplatzsuche gehen.
Verschließen Sie niemals ein bewohntes Hummelnest. Die eingeschlossenen Tiere sterben, das ist Tierquälerei und zugleich verboten, weil Hummeln besonders geschützt sind. Außerdem suchen sich die Tiere oft einen neuen Weg ins Haus und enden dann im Wohnraum.
Sitzt bereits ein Nest im Kasten, gilt für diese Saison: dulden und erst nach dem natürlichen Absterben im Herbst abdichten. Mehr dazu unter Wie lange bleibt ein Hummelnest?.
So dichten Sie wirksam ab
Mit einfachen Mitteln lassen sich die meisten Einflugstellen dauerhaft schließen:
- Rollladenkasten: Den Gurtdurchlass mit einer handelsüblichen Gurtdurchführung mit Bürstendichtung versehen. Revisionsklappen mit Dichtband abdichten, größere Spalten im Kasten mit Acryl oder geeignetem Dämmmaterial schließen.
- Mauer- und Fassadenspalten: Offene Fugen verfugen oder mit dauerelastischem Dichtstoff schließen. Größere Hohlräume hinter Verschalungen fachgerecht verschließen lassen.
- Lüftungs- und Entwässerungsöffnungen: Hier nicht komplett zumachen, sondern mit feinmaschigem Insektengitter aus Edelstahl sichern, damit die Funktion erhalten bleibt.
- Dachbereich: Lücken unter Ziegeln mit Vogel- und Insektenschutzkämmen oder Traufgittern schließen.
Achten Sie darauf, die Bauphysik nicht zu stören: Hinterlüftungen und Entwässerungswege dürfen nicht dicht verschlossen werden, sonst drohen Feuchteschäden. Hier sind belüftete Gitterlösungen die richtige Wahl.
Fenster, Türen und Innenräume
Verirren sich einzelne Hummeln durch Fenster in den Wohnraum, sind weniger Abdichtungen als Insektengitter gefragt. Wie Sie Fenster und Lichtschächte sichern, ohne die Tiere zu schädigen, beschreibt Hummeln vom Fenster fernhalten.
Saison-Kalender fürs Vorbeugen
Mit dem richtigen Rhythmus übers Jahr lässt sich eine Neubesiedlung zuverlässig verhindern, ohne je einem Volk zu schaden:
- Spätherbst bis Winter: ideale Zeit für die Hauptarbeit. Eventuelle Vorjahresnester sind leer, Rollladenkästen lassen sich reinigen und dauerhaft abdichten.
- Zeitiges Frühjahr (vor dem ersten warmen Tagen): letzte Gelegenheit, offene Spalten zu schließen, bevor die Königinnen ab etwa März auf Nistplatzsuche gehen.
- Frühjahr bis Spätsommer: keine Eingriffe an besiedelbaren Hohlräumen. Jetzt nur kontrollieren und dokumentieren, wo sich Flugverkehr zeigt.
Materialcheck: das gehört in die Hausapotheke
Für die typischen Einflugstellen genügt eine überschaubare Ausrüstung: eine Gurtdurchführung mit Bürstendichtung, dauerelastischer Dichtstoff (Acryl) für Fugen, Dichtband für Klappen, feinmaschiges Edelstahlgitter für Lüftungs- und Entwässerungsöffnungen sowie Insekten- und Vogelschutzkämme für den Dachbereich. Wichtig: Edelstahl statt Kunststoffgitter wählen, weil es langlebiger ist und nicht versprödet.
Wenn das Nest schon da ist
Steckt bereits ein Volk im Hohlraum und die Stelle ist wirklich problematisch – etwa direkt an der Haustür oder bei einer Allergie im Haushalt –, ist Abdichten der falsche Weg. Dann kommt nur eine fachgerechte Umsiedlung mit Genehmigung der Naturschutzbehörde infrage; der Ablauf steht in Hummeln umsiedeln lassen. Für die kommende Saison können Sie die Stelle nach dem Absterben des Volkes dann dauerhaft sichern.
Häufige Fragen
Wie verhindere ich, dass Hummeln in den Rollladenkasten ziehen?
Den Gurtdurchlass mit einer Bürstendichtung versehen, Revisionsklappen und Spalten mit Dichtband, Acryl oder Dämmmaterial schließen. Das aber nur außerhalb der Brutzeit, wenn sich kein Nest im Kasten befindet.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Abdichten?
Im Spätherbst oder Winter, wenn ein eventuelles Volk abgestorben ist, oder im zeitigen Frühjahr, bevor die Königinnen auf Nistplatzsuche gehen.
Darf ich ein bewohntes Hummelnest einfach zumachen?
Nein. Eingeschlossene Hummeln sterben, das ist Tierquälerei und verboten, weil Hummeln besonders geschützt sind. Außerdem suchen sich die Tiere oft einen neuen Weg, der in den Wohnraum führen kann.
Kann ich Lüftungsöffnungen komplett verschließen?
Nein, das kann Feuchteschäden verursachen. Sichern Sie Lüftungs- und Entwässerungsöffnungen besser mit feinmaschigem Edelstahlgitter, damit die Funktion erhalten bleibt.
Hilft Abdichten gegen ein bereits vorhandenes Nest?
Nein. Bei einem bewohnten Nest hilft nur Dulden bis zum Herbst oder, in problematischen Fällen, eine genehmigte Umsiedlung. Abdichten ist erst nach dem Absterben des Volkes sinnvoll.