Umsiedlungskasten und Werkzeug zum fachgerechten Hummeln umsiedeln lassen
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Hummeln umsiedeln lassen: Ablauf und Methode

Eine Umsiedlung ist nur bei wirklich störenden Nestern und mit Genehmigung der Naturschutzbehörde erlaubt. Sie verläuft schonend, damit das Volk überlebt. So sieht der Ablauf Schritt für Schritt aus.

Eine Umsiedlung kommt immer erst dann infrage, wenn Dulden wirklich nicht möglich ist – etwa weil das Nest direkt an einer Haustür sitzt oder eine Person im Haushalt nachweislich gegen Insektenstiche allergisch ist. Weil Hummeln besonders geschützt sind, darf eine Umsiedlung weder eigenmächtig noch nach Gutdünken erfolgen. Sie ist genehmigungspflichtig und sollte von erfahrenen Fachleuten durchgeführt werden, damit das Volk den Umzug übersteht.

Erst prüfen: Ist eine Umsiedlung überhaupt nötig?

Vor jeder Umsiedlung steht die Frage, ob das Nest nicht doch bleiben kann. Hummeln richten keine Bauschäden an, sind stechfaul und ihr Volk löst sich im Herbst von selbst auf. In vielen Fällen lässt sich die Situation entschärfen, ohne das Nest anzurühren – etwa durch Absperren der Flugbahn mit einem Sichtschutz oder durch Geduld. Was für das Dulden spricht, lesen Sie unter Hummeln dulden und fördern. Erst wenn das ausscheidet, ist die Umsiedlung der richtige Weg.

Schritt 1: Naturschutzbehörde kontaktieren

Erster Ansprechpartner ist die Untere Naturschutzbehörde Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises. Sie berät, prüft, ob ein hinreichender Grund vorliegt, und erteilt – falls keine milderen Mittel ausreichen – die nötige Ausnahmegenehmigung. Wie Sie diese beantragen, beschreibt der Beitrag Genehmigung zur Umsiedlung beantragen.

Schritt 2: Fachperson hinzuziehen

Die Behörde nennt häufig ehrenamtliche Hummel- und Hornissenberater oder zugelassene Fachbetriebe. Diese begutachten das Nest vor Ort, bestimmen die Art und entscheiden, ob und wie eine Umsiedlung gelingen kann. Erfahrung ist hier entscheidend, denn nicht jedes Nest und nicht jeder Zeitpunkt eignen sich gleich gut.

Schritt 3: Die schonende Umsiedlung

Die eigentliche Umsiedlung erfolgt so behutsam wie möglich, idealerweise in den kühleren Abend- oder Morgenstunden, wenn die meisten Tiere im Nest sind. Vereinfacht läuft sie so ab:

  1. Das Nest wird vorsichtig freigelegt und mitsamt den Wachstöpfchen, der Brut und der Königin in eine geeignete Transportbox überführt.
  2. Die ausgeflogenen Arbeiterinnen, die später zur alten Stelle zurückkehren, werden möglichst eingesammelt oder über eine Übergangszeit nachgeführt.
  3. Das Volk wird in einen passenden Hummelkasten umgebettet und an einem geeigneten, ungestörten Standort in der Umgebung neu aufgestellt.
Eine Umsiedlung ist immer ein Eingriff mit Risiko für das Volk. Je früher in der Saison und je erfahrener die ausführende Person, desto höher die Überlebenschance. Deshalb ist Dulden, wo möglich, stets die schonendere Lösung.

Der richtige Zeitpunkt

Umsiedlungen gelingen am besten früh in der Saison, solange das Volk noch klein ist. Bei einem bereits weit entwickelten Volk im Hochsommer ist der Aufwand höher und die Erfolgsquote geringer – oft rät die Fachperson dann dazu, die wenigen verbleibenden Wochen bis zur natürlichen Auflösung abzuwarten. Wie lange das dauert, steht in Wie lange bleibt ein Hummelnest?.

Was mit den ausgeflogenen Arbeiterinnen passiert

Eine Besonderheit der Hummelumsiedlung: Während das Nest umgesetzt wird, sind oft etliche Arbeiterinnen unterwegs. Sie kehren nach ihrem Sammelflug zur alten Stelle zurück und finden das Nest nicht mehr vor. Erfahrene Berater begegnen dem, indem sie den neuen Kasten zunächst möglichst nah am alten Standort aufstellen oder eine Übergangsbox an der alten Stelle belassen, die die heimkehrenden Tiere aufnimmt und später nachführt. Je nach Methode gelingt es so, einen Großteil des Volkes zusammenzuhalten. Ein vollständiger Erhalt aller Tiere lässt sich aber nie garantieren – ein weiterer Grund, warum Dulden die schonendste Variante bleibt.

Nach der Umsiedlung

Am neuen Standort braucht das Volk Ruhe und ein gutes Blühangebot in der Umgebung, um sich zu stabilisieren. Der Kasten wird so platziert, dass er vor praller Sonne, Staunässe und Störung geschützt ist. Eine gute Vorbereitung des Zielorts entscheidet mit darüber, ob die Umsiedlung gelingt.

Was es kostet

Die behördliche Genehmigung ist oft kostenlos oder mit einer geringen Gebühr verbunden, die Arbeit eines Fachbetriebs dagegen kostet. Eine Übersicht über die Preisspannen gibt der Beitrag Was kostet die Umsiedlung eines Hummelnests?. Wer zur Miete wohnt, sollte zudem vorab die Frage der Kostenübernahme mit dem Vermieter klären.

Häufige Fragen

Wann ist eine Umsiedlung von Hummeln erlaubt?

Nur wenn ein wichtiger Grund vorliegt, etwa eine Allergie oder ein Nest an einer unvermeidbar kritischen Stelle, und milderes Vorgehen nicht ausreicht. Sie ist genehmigungspflichtig durch die Untere Naturschutzbehörde.

Wie läuft eine Hummelumsiedlung ab?

Eine Fachperson begutachtet das Nest, überführt es samt Brut und Königin schonend in einen Hummelkasten und stellt es an einem geeigneten Standort neu auf. Ausgeflogene Arbeiterinnen werden möglichst nachgeführt.

Wer führt die Umsiedlung durch?

Erfahrene Hummel- oder Hornissenberater oder zugelassene Fachbetriebe. Die Untere Naturschutzbehörde nennt in der Regel geeignete Ansprechpartner.

Wann gelingt eine Umsiedlung am besten?

Früh in der Saison, solange das Volk klein ist. Bei einem großen Volk im Hochsommer sinkt die Erfolgsquote, und oft ist Abwarten bis zur natürlichen Auflösung schonender.

Kann ich die Hummeln einfach selbst umsetzen?

Nein. Das Umsiedeln erfordert eine Genehmigung und sollte fachgerecht erfolgen, damit das Volk überlebt. Eigenmächtiges Umsetzen ist verboten und scheitert technisch meist.

Hinweis: Diese Art ist gesetzlich geschützt. Töten, Fangen oder Entfernen des Nestes kann verboten und bußgeldbewehrt sein — wenden Sie sich an die untere Naturschutzbehörde.
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