Verlassenes ausgetrocknetes Hummelnest nach Auflösung am Saisonende
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Wie lange bleibt ein Hummelnest? Auflösung

Ein Hummelnest besteht nur eine Saison – meist von Frühjahr bis Spätsommer. Je nach Art ist es zwischen August und Oktober verlassen, wird nicht wiederbesiedelt und zerfällt von selbst.

Die häufigste Sorge bei einem Hummelnest am Haus lautet: Wie lange muss ich das aushalten? Die beruhigende Antwort: nur eine begrenzte Zeit. Hummelvölker sind streng einjährig. Anders als bei Honigbienen gibt es kein dauerhaft besetztes Nest – es löst sich am Ende der Saison von ganz allein auf.

Der zeitliche Rahmen

Eine Jungkönigin gründet das Nest im Frühjahr, oft ab Ende Februar bis April. Über den Sommer wächst das Volk heran. Im Spätsommer ist seine Aufgabe erfüllt: Königin, Arbeiterinnen und Drohnen sterben ab. Je nach Art und Witterung ist das Nest zwischen August und Oktober verlassen. Eine grobe Faustregel: Von der Gründung bis zur Auflösung vergehen etwa drei bis fünf Monate, häufig liegt die aktivste Phase am Haus bei sechs bis acht Wochen.

Warum sich das Nest auflöst

Am Ende der Saison produziert das Volk Jungköniginnen und Drohnen. Nach deren Begattung haben die übrigen Tiere ihre Funktion erfüllt. Die alte Königin, die Arbeiterinnen und die Drohnen sterben – sie erreichen ohnehin nur ein kurzes Lebensalter. Allein die begatteten Jungköniginnen überleben und suchen ein Winterquartier an einer ganz anderen Stelle. Den vollständigen Ablauf beschreibt Lebenszyklus der Hummeln.

Kein neues Volk im selben Jahr

Die Jungköniginnen gründen kein neues Volk im laufenden Jahr und übernehmen auch nicht das alte Nest. Sie gehen direkt in die Winterruhe und beginnen erst im folgenden Frühjahr mit der Gründung eines eigenen Staates – meist an einem anderen Ort. Das verlassene Nest wird also nicht wiederbesiedelt.

Was nach dem Saisonende übrig bleibt

Ein verlassenes Hummelnest zerfällt rückstandslos. Die wenigen Wachstöpfchen und das Pflanzenmaterial werden von der Natur zersetzt oder können nach Saisonende problemlos entfernt werden. Größere Schäden oder hartnäckige Rückstände, wie man sie etwa von Mardern oder Vögeln kennt, gibt es nicht. Mehr dazu unter Richten Hummeln Schäden an?.

Was die genaue Dauer beeinflusst

Wie lange ein konkretes Nest am Haus aktiv bleibt, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Hummelart spielt eine Rolle: Frühe Arten wie die Wiesenhummel sind oft schon im Hochsommer fertig, während andere bis in den Oktober aktiv bleiben. Auch die Witterung wirkt sich aus – ein warmer, blütenreicher Sommer kann das Volk länger tragen, ein früher Kälteeinbruch verkürzt die Saison. Schließlich beeinflusst der Gründungszeitpunkt das Ende: Ein im April gegründetes Nest läuft länger als eines, das erst im Mai oder Juni entstanden ist. Eine punktgenaue Prognose ist deshalb nicht möglich, die grobe Spanne von einigen Wochen bis wenigen Monaten gilt aber immer.

Woran Sie erkennen, dass das Nest verlassen ist

Das sicherste Zeichen ist ein dauerhaft ausbleibender Flugverkehr. Beobachten Sie den Eingang über mehrere warme, sonnige Tage hinweg: Kommt und geht über Stunden kein Tier mehr, ist das Volk mit hoher Wahrscheinlichkeit abgestorben. Einzelne, orientierungslos wirkende Tiere am Saisonende sind oft Drohnen oder erschöpfte Arbeiterinnen am Ende ihres Lebens, die nicht mehr zum Nest gehören. Erst wenn über längere Zeit gar keine Aktivität mehr feststellbar ist, gilt das Nest als verlassen und darf entfernt werden. Im Zweifel lohnt sich eine kurze Rückfrage bei der Naturschutzbehörde.

Geduld lohnt sich

Wegen des kurzen, einjährigen Zyklus ist Abwarten fast immer die beste Strategie. Weil Hummeln zudem unter Naturschutz stehen, ist ein eigenmächtiges Entfernen des Nestes ohnehin nicht erlaubt – und bei einem Volk, das sich in wenigen Wochen selbst auflöst, auch unnötig. Was Sie in der Zwischenzeit tun können, um sich vor einfliegenden Tieren zu schützen, lesen Sie unter Hummeln vom Fenster fernhalten.

Wann doch eingegriffen werden muss

Nur in Ausnahmefällen – etwa bei einer nachgewiesenen Insektengiftallergie eines Bewohners oder einem Nest an einer unzumutbaren Stelle – kann eine fachgerechte Umsiedlung mit Genehmigung der Naturschutzbehörde sinnvoll sein. Das ist die einzige zulässige Alternative zum Abwarten. Den Ablauf beschreibt Hummeln umsiedeln lassen. Im Zweifel hilft die Untere Naturschutzbehörde oder ein Fachbetrieb des BIOVEX-Netzwerks.

Häufige Fragen

Wie lange bleibt ein Hummelnest bewohnt?

Nur eine Saison. Von der Gründung im Frühjahr bis zur Auflösung im Spätsommer vergehen etwa drei bis fünf Monate. Je nach Art ist das Nest zwischen August und Oktober verlassen.

Kommt das Hummelnest nächstes Jahr wieder?

Dasselbe Volk nicht – es stirbt ab, und das Nest wird nicht wiederbesiedelt. Theoretisch kann eine neue Königin im Folgejahr denselben Hohlraum wählen. Nach Saisonende lässt sich der Zugang abdichten.

Was passiert mit dem leeren Nest?

Es zerfällt rückstandslos. Die Wachstöpfchen und das Pflanzenmaterial werden zersetzt oder können nach Saisonende problemlos entfernt werden. Bauschäden bleiben nicht zurück.

Kann ich das Nest entfernen, sobald die Hummeln weg sind?

Ein nachweislich verlassenes Nest darf nach Saisonende entfernt werden. Solange noch Tiere aktiv sind, ist das untersagt. Im Zweifel die Naturschutzbehörde fragen.

Muss ich das Nest überhaupt entfernen?

Meist nicht. Das verlassene Nest zerfällt von selbst und stört in der Regel nicht. Eine Entfernung ist nur sinnvoll, wenn der Hohlraum anderweitig genutzt oder dauerhaft abgedichtet werden soll.

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