Bestimmungstafel mit verschiedenen Hummelarten in Deutschland nach Farbbinden geordnet
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Hummelarten in Deutschland unterscheiden

In Deutschland leben mehr als 30 Hummelarten. Die häufigsten am Haus und im Garten lassen sich an Färbung, Größe und Nistplatz recht gut unterscheiden.

Hummeln sind nicht gleich Hummeln: In Deutschland sind über 30 Arten nachgewiesen, von denen einige selten und gefährdet sind. Am Haus und im Garten begegnen Ihnen aber meist nur eine Handvoll häufiger Arten. Wer ihre Merkmale kennt, kann sie an Farbmuster und Nistverhalten unterscheiden – ohne die Tiere stören zu müssen. Eine sichere Bestimmung gelingt allerdings nicht immer auf Anhieb, weil sich einige Arten stark ähneln.

Dunkle Erdhummel

Die Dunkle Erdhummel ist die häufigste und am weitesten verbreitete Art. Sie hat einen schwarzen Pelz mit zwei gelben Querbinden – einer an der Brust, einer am Hinterleib – und ein weißes Hinterleibsende. Ihren kurzen Rüssel gleicht sie manchmal aus, indem sie Blüten seitlich anbohrt. Erdhummeln nisten fast ausschließlich unterirdisch, etwa in verlassenen Mäusegängen, aber auch in Rollladenkästen, unter Dachziegeln oder hinter Verschalungen.

Steinhummel

Die Steinhummel erkennt man gut an ihrem überwiegend schwarzen Körper mit auffällig rotorangem Hinterleibsende. Sie legt ihre Nester gern unter Steinhaufen, Mauern oder Holzstapeln an – daher der Name. Steinhummeln sind robust und auch in Siedlungen häufig anzutreffen.

Ackerhummel

Die Ackerhummel ist klein, quirlig und am ganzen Körper hellbraun bis orange behaart, oft mit dezenten dunklen Bändern. Insgesamt wirkt sie etwas struppig. Sie besitzt einen langen Rüssel und ist deshalb ein wichtiger Bestäuber tiefer Blüten. Ackerhummeln nisten flexibel, oft oberirdisch in Moos, Gras oder Vogelnistkästen.

Baumhummel

Die Baumhummel ähnelt in der Größe der Ackerhummel, hat aber einen einfarbigen, rotbraunen Brustpelz, einen schwarzen Hinterleib und ein weißes Hinterleibsende. Wie der Name andeutet, bevorzugt sie höher gelegene Nistplätze und bezieht gern Meisen- oder Vogelnistkästen. Auch in Hohlräumen am Haus kann man sie finden.

Wiesenhummel

Die Wiesenhummel gehört zu den kleineren Arten und ist meist leicht zu erkennen: orangerotes Hinterleibsende, dazu gelbe Binden an Vorderbrust und am zweiten Hinterleibssegment. Sie ist früh im Jahr aktiv und in Gärten weit verbreitet.

Weitere häufige Arten

  • Gartenhummel: auffallend langer Rüssel, drei gelbe Binden und weißes Hinterleibsende; ein sehr wertvoller Bestäuber tiefer Blüten.
  • Mooshummel und Veränderliche Hummel: kleinere, bräunlich-gelbe Arten, die in Mooskissen oder bodennah nisten und seltener geworden sind.
  • Wald- und Wiesenhummeln: mehrere kleinere Arten mit gelb-schwarz-roter Zeichnung, die sich auch für Fachleute nur schwer auseinanderhalten lassen.

Kuckuckshummeln – die Sonderlinge

Eine eigene Gruppe bilden die Kuckuckshummeln (Schmarotzerhummeln). Sie bauen kein eigenes Nest und haben keine Arbeiterinnen, sondern dringen in fremde Hummelnester ein, verdrängen oder töten die ursprüngliche Königin und lassen ihre eigene Brut von den fremden Arbeiterinnen aufziehen. Optisch ähneln sie ihren Wirtsarten oft sehr, wirken aber etwas glänzender und dünner behaart und haben keine Pollensammelkörbchen an den Hinterbeinen. Für Hausbesitzer spielt diese Unterscheidung keine praktische Rolle – auch Kuckuckshummeln sind geschützt –, sie zeigt aber, wie vielfältig die Gruppe ist.

Warum die Artenvielfalt schwindet

Viele Hummelarten sind in den letzten Jahrzehnten selten geworden. Ursachen sind der Verlust blütenreicher Lebensräume, intensive Landwirtschaft, Pflanzenschutzmittel und fehlende Nistmöglichkeiten. Während sich anpassungsfähige Arten wie die Dunkle Erdhummel noch gut behaupten, sind spezialisierte Arten stark zurückgegangen. Genau deshalb ist jedes geduldete Nest und jeder blütenreiche Garten ein kleiner Beitrag zum Artenschutz – mehr dazu unter Hummeln dulden und fördern.

Hilfsmittel für die Bestimmung

Wer es genauer wissen möchte, muss kein Experte sein. Kostenlose Bestimmungs-Apps und die Online-Steckbriefe von NABU und BUND zeigen die häufigen Arten mit Fotos und Merkmalen. Hilfreich ist es, ein scharfes Foto aus sicherer Entfernung zu machen – idealerweise von der Seite, damit Farbbinden und Hinterleibsende gut erkennbar sind. Bei Mitmach-Aktionen wie der „Hummel-Challenge" von Naturschutzverbänden kann man seine Funde sogar melden und so zur Erforschung der Bestände beitragen. Fangen muss man die Tiere dafür nie – das wäre bei den geschützten Hummeln ohnehin nicht erlaubt.

Worauf es bei der Bestimmung ankommt

Achten Sie auf drei Punkte: die Farbe und Reihenfolge der Binden, die Farbe des Hinterleibsendes (weiß, orange oder schwarz) und den Nistplatz. Schon diese Kombination grenzt viele Arten ein. Wer es genauer wissen will, sollte zunächst klären, ob es sich überhaupt um eine Hummel handelt – das zeigt der Vergleich unter Hummel, Biene oder Wespe?. Allgemeine Erkennungsmerkmale finden Sie unter Hummeln erkennen.

Wichtig: Alle heimischen Hummelarten sind gesetzlich besonders geschützt. Einige stehen auf der Roten Liste. Eine genaue Artbestimmung ist deshalb nicht nur für Naturfreunde interessant, sondern hilft auch, seltene Arten nicht versehentlich zu gefährden. Im Zweifel helfen Naturschutzverbände wie NABU oder BUND bei der Bestimmung anhand von Fotos.

Häufige Fragen

Wie viele Hummelarten gibt es in Deutschland?

In Deutschland sind über 30 Hummelarten nachgewiesen. Mehrere davon stehen auf der Roten Liste und gelten als gefährdet. Am Haus und im Garten trifft man aber nur auf einige wenige häufige Arten.

Welche Hummelart nistet im Rollladenkasten?

Am häufigsten ist es die Dunkle Erdhummel, die solche dunklen, geschützten Hohlräume gern annimmt. Was bei einem Nest im Rollladenkasten zu tun ist, erklärt der Beitrag Hummelnest im Rollladenkasten.

Welche Hummel ist die häufigste?

Die Dunkle Erdhummel ist die häufigste und anpassungsfähigste Art. Sie ist an ihren gelben Binden und dem weißen Hinterleibsende gut zu erkennen.

Kann ich Hummelarten sicher selbst bestimmen?

Häufige Arten lassen sich mit etwas Übung gut bestimmen. Einige ähnliche Arten sind aber schwer zu unterscheiden. Bei seltenen Funden helfen Naturschutzverbände oder Bestimmungs-Apps anhand von Fotos weiter.

Sind alle Hummelarten geschützt?

Ja. Alle in Deutschland heimischen Hummelarten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Sie dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet und ihre Nester nicht ohne Genehmigung entfernt werden.

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