Hummeln erkennen: Merkmale und Aussehen
Hummeln erkennt man an ihrem dichten, pelzigen Körper, der gedrungenen Form und dem tiefen Brummen im Flug. Wer die typischen Merkmale kennt, verwechselt sie nicht mit Wespen oder Honigbienen.
Hummeln gehören zu den Wildbienen und sind unter den heimischen Fluginsekten eigentlich unverwechselbar. Trotzdem werden sie im Alltag oft mit Bienen oder Wespen durcheinandergebracht. Die folgenden Merkmale helfen, eine Hummel sicher zu bestimmen, ohne ihr nahekommen zu müssen.
Die typische Körperform
Das auffälligste Merkmal ist der rundliche, fast kugelige Körperbau. Hummeln wirken im Vergleich zur schlanken Wespe regelrecht pummelig und plump. Eine schmale „Wespentaille" fehlt vollständig – Brust und Hinterleib gehen breit ineinander über. Mit einer Körperlänge von je nach Art und Kaste etwa 10 bis 23 Millimetern zählen Hummeln zu den größeren Insekten im Garten, wobei die Königinnen deutlich größer sind als die Arbeiterinnen.
Dichte Behaarung als Erkennungszeichen
Hummeln sind am ganzen Körper dicht behaart – so stark, dass man fast von einem Pelz sprechen kann. Diese Behaarung erstreckt sich anders als bei der Honigbiene auch über den Hinterleib. Der Pelz lässt den Körper matt und weich erscheinen. Er schützt die Tiere vor Kälte und ermöglicht es ihnen, schon bei niedrigen Temperaturen im Frühjahr zu fliegen, wenn andere Insekten noch ruhen.
Färbung: mehr als nur Schwarz-Gelb
Die meisten Hummeln tragen schwarze, gelbe und oft auch weiße oder rötliche Farbabschnitte. Typisch sind quer verlaufende Binden. Genau diese weißen oder rotbraunen Hinterleibsspitzen sind ein gutes Unterscheidungsmerkmal: Wespen besitzen sie nie, sie sind ausschließlich am schlanken Hinterleib schwarz-gelb geringelt. Welche Farbkombination zu welcher Art gehört, lesen Sie unter Hummelarten unterscheiden.
Verhalten und Geräusch
Hummeln verraten sich oft durch ein tiefes, brummendes Fluggeräusch – deutlich sonorer als das hohe Sirren einer Wespe. Sie fliegen vergleichsweise behäbig und etwas tollpatschig von Blüte zu Blüte. Anders als Wespen interessieren sie sich nicht für Kuchen, Limonade oder Grillgut. Wer eine Hummel am gedeckten Tisch zu sehen glaubt, hat es fast immer mit einer Wespe zu tun.
Hummeln gelten als ausgesprochen friedfertig und stechfaul. Sie verteidigen nur ihr Nest und stechen praktisch nie beim normalen Blütenbesuch. Mehr dazu steht unter Stechen Hummeln?.
Der lange Rüssel
Viele Hummelarten besitzen einen auffallend langen Rüssel, mit dem sie auch tief gebaute Blüten wie Rotklee oder Lippenblütler erreichen. Bei der Nahrungsaufnahme lässt sich der ausgefahrene Rüssel manchmal gut erkennen. Diese Spezialisierung macht Hummeln zu besonders wertvollen Bestäubern.
So grenzen Sie Hummeln sicher ab
- Gegenüber Wespen: Wespen sind glatt, glänzend, schlank und haben eine deutliche Taille. Hummeln sind pelzig und rundlich.
- Gegenüber Honigbienen: Bienen sind kleiner, schlanker und nur am Vorderkörper deutlich behaart. Hummeln wirken massiger und sind rundum pelzig.
- Gegenüber Hornissen: Hornissen sind größer, rotbraun-gelb gezeichnet und besitzen die typische Wespentaille.
Eine ausführliche Gegenüberstellung mit Fotos im Kopf finden Sie unter Hummel, Biene oder Wespe?. Wichtig zu wissen: Hummeln stehen wie alle Wildbienen unter besonderem Schutz. Eine sichere Bestimmung ist daher nicht nur Neugier, sondern auch Voraussetzung dafür, geschützte Tiere nicht versehentlich zu gefährden.
Wann und wo Sie Hummeln beobachten können
Hummeln gehören zu den ersten Insekten des Jahres. Schon an milden Tagen im Februar oder März sieht man die großen, überwinterten Königinnen tief und suchend über Wiesen und Fassaden fliegen – auf der Suche nach einem Nistplatz. Über den Sommer sind dann vor allem die kleineren Arbeiterinnen unterwegs, die unermüdlich Blüten anfliegen. Dank ihres dichten Pelzes und der Fähigkeit, durch Muskelzittern Wärme zu erzeugen, sind Hummeln auch bei kühlem, bedecktem Wetter und am frühen Morgen aktiv, wenn Bienen und Wespen noch ruhen. Wer früh morgens summende Tiere an Blüten beobachtet, hat deshalb oft Hummeln vor sich.
Hummeln als unverzichtbare Bestäuber
Hummeln sind nicht nur unverwechselbar, sondern auch ökologisch besonders wertvoll. Durch ihren langen Rüssel, ihre Kältetoleranz und die sogenannte Vibrationsbestäubung – bei der sie durch schnelles Vibrieren den Pollen aus der Blüte schütteln – bestäuben sie Pflanzen, die andere Insekten kaum erreichen. Dazu zählen viele Wild- und Kulturpflanzen, etwa Tomaten, Beeren und Obstbäume. Genau diese Bedeutung ist der Grund, warum Hummeln gesetzlich geschützt sind. Ein Nest am Haus zu erkennen heißt daher nicht, ein Problem zu haben, sondern einen nützlichen Untermieter auf Zeit. Wie Sie Hummeln im Garten gezielt unterstützen, lesen Sie unter Hummeln dulden und fördern.
Häufige Verwechslungen vermeiden
Manche Schwebfliegen ahmen das Aussehen von Hummeln und Wespen täuschend nach, um Fressfeinde abzuschrecken. Sie sind aber unbehaart, haben nur ein Flügelpaar und schweben oft regungslos in der Luft – ein Verhalten, das echte Hummeln nicht zeigen. Auch die große, dunkelblau schimmernde Holzbiene wird gelegentlich für eine Hummel gehalten, ist aber an ihrem metallisch glänzenden, fast schwarzen Körper zu erkennen. Im Zweifel gilt: lieber aus sicherer Entfernung beobachten als das Tier zu fangen – das schützt Sie und die geschützten Insekten gleichermaßen.
Häufige Fragen
Wie groß werden Hummeln?
Je nach Art und Kaste sind Hummeln etwa 10 bis 23 Millimeter lang. Königinnen sind am größten, Arbeiterinnen und Drohnen deutlich kleiner. Damit gehören Hummeln zu den größeren heimischen Wildbienen.
Warum brummen Hummeln so laut?
Das tiefe Brummen entsteht durch die schnelle Bewegung der Flugmuskulatur. Hummeln nutzen diese Vibration auch, um Pollen aus Blüten zu lösen. Das sonore Geräusch ist ein gutes Erkennungszeichen gegenüber dem hohen Sirren von Wespen.
Kann man Hummeln an der Farbe erkennen?
Teilweise. Viele Arten haben charakteristische Farbbinden und weiße oder rötliche Hinterleibsspitzen. Die Farbe allein reicht aber nicht immer für eine sichere Artbestimmung, weil sich einzelne Arten ähneln und Varianten vorkommen.
Sind Hummeln gefährlich, wenn ich ihnen nahekomme?
Beim Blütenbesuch sind Hummeln sehr friedlich und stechen so gut wie nie. Vorsicht ist nur in unmittelbarer Nestnähe geboten, wenn man die Tiere bedrängt. Hummeln stehen zudem unter Naturschutz und dürfen nicht gefangen oder verletzt werden.
Woran erkenne ich eine Hummelkönigin?
Königinnen sind deutlich größer und massiger als die Arbeiterinnen derselben Art. Im zeitigen Frühjahr sieht man fast ausschließlich Königinnen, die nach einem Nistplatz suchen, weil das Volk dann erst gegründet wird.