Hummelnest erkennen: Aussehen und Standorte
Ein Hummelnest besteht aus unregelmäßigen Wachstöpfchen und ist oft gut versteckt – unterirdisch, in Hohlräumen am Haus oder in Nistkästen. Hier erfahren Sie, wie es aussieht und wo es typischerweise sitzt.
Anders als die kunstvollen Papierwaben einer Wespe oder die Wachsplatten eines Bienenstocks ist ein Hummelnest unscheinbar und oft kaum sichtbar. Häufig bemerkt man es nur am ständigen An- und Abflug der Tiere an einer bestimmten Stelle. Wer weiß, wie ein Hummelnest aussieht und wo es typischerweise angelegt wird, kann es richtig einordnen – und vermeidet unnötige Sorgen.
So sieht ein Hummelnest aus
Im Inneren besteht das Nest aus unregelmäßig geformten Wachstöpfchen, die scheinbar wahllos aneinandergereiht sind. In ihnen lagern die Hummeln Pollen und Nektar und ziehen die Brut auf. Die Königin wandelt eingetragenen Nektar zu Honigvorräten um, die sie bei Schlechtwetter aufzehrt. Das Nest wirkt insgesamt klein und chaotisch – ein reifes Hummelvolk umfasst je nach Art nur etwa 50 bis 600 Tiere und bleibt damit deutlich kleiner als ein Wespen- oder Bienenvolk. Von außen sieht man die Wachstöpfchen meist gar nicht, weil das Nest in einem dunklen Hohlraum oder unter Moos und Pflanzenmaterial verborgen liegt.
Typische Nistplätze
Hummeln bauen ihr Nest nicht selbst von Grund auf, sondern beziehen vorhandene Hohlräume. Je nach Art bevorzugen sie unterschiedliche Standorte:
- Unterirdisch: Die häufige Dunkle Erdhummel nutzt verlassene Mäuse-, Maulwurf- oder Wühlmausgänge. Ein kleines Loch im Boden mit regem Flugverkehr ist oft das einzige sichtbare Zeichen.
- Am und im Gebäude: Rollladenkästen, Hohlräume hinter der Fassadenverschalung, Spalten unter Dachziegeln oder Mauerritzen werden gern angenommen.
- Oberirdisch: Acker- und Baumhummeln nisten in Moos, Grasbüscheln, Vogel- oder Meisennistkästen, gelegentlich auch in Gartenschuppen oder Komposthaufen.
Welche Art welchen Platz bevorzugt, lesen Sie unter Hummelarten unterscheiden. Warum Hummeln überhaupt ans Haus kommen, erklärt der Beitrag Warum nisten Hummeln am Haus?.
Ein verräterisches Geräusch
Manchmal hört man am Nest ein brummendes Schwirren. Bei der Dunklen Erdhummel sitzt morgens oft eine Arbeiterin am Eingang und fächelt mit den Flügeln frische Luft ins Nest – sie wird deshalb „Hummeltrompeter" genannt. Dieses Verhalten ist völlig harmlos und ein gutes Indiz dafür, dass es sich tatsächlich um Hummeln und nicht um Wespen handelt.
Hummelnest oder Wespennest?
Die Verwechslung mit einem Wespennest ist häufig, aber meist leicht aufzulösen:
- Wespennest: sichtbare, graue Papierwabe aus zerkautem Holz, oft kugel- oder traubenförmig, an geschützten Stellen frei hängend.
- Hummelnest: keine Papierstruktur, sondern versteckte Wachstöpfchen in einem Hohlraum, kaum sichtbar.
Auch das Flugverhalten hilft: An einem Hummelnest herrscht ein eher gemächlicher, brummender Verkehr, an einem Wespennest dagegen reges, schnelles Treiben.
Wie sich das Nest über die Saison verändert
Ein Hummelnest ist kein statisches Gebilde. Im Frühjahr beginnt die Königin allein mit wenigen Wachstöpfchen – das Nest ist dann winzig und kaum auffällig. Über den Sommer wächst das Volk heran, der Flugverkehr nimmt spürbar zu, und das Nest erreicht seine größte Aktivität. Gegen Spätsommer flaut der Betrieb wieder ab, bis das Volk schließlich abstirbt. Wer also plötzlich regen Hummelverkehr an einer Stelle bemerkt, beobachtet meist ein Nest in seiner Hochphase – und kann sicher sein, dass es sich in den folgenden Wochen von selbst auflöst. Den genauen zeitlichen Ablauf beschreibt Wie lange bleibt ein Hummelnest?.
Nest im Garten oder am Haus – worauf achten
Im Garten verraten sich Bodennester oft nur durch ein unscheinbares Loch mit regem Flugverkehr, etwa unter einer Hecke, einem Steinhaufen oder im Rasen. Hier genügt es meist, den Bereich für die Saison weiträumig zu umgehen und nicht mit dem Rasenmäher oder der Motorsense direkt darüberzufahren. Am Haus sitzt das Nest dagegen häufig in Hohlräumen, an die man ohnehin nicht herankommt – etwa im Rollladenkasten oder hinter der Verschalung. In beiden Fällen gilt: Erschütterungen, Klopfen und das Verschließen des Eingangs vermeiden, denn das reizt die sonst friedlichen Tiere unnötig.
Was tun, wenn Sie ein Nest gefunden haben?
Hummeln stehen unter Naturschutz, ihr Nest darf nicht eigenmächtig entfernt werden. Da ein Volk ohnehin nur einen Sommer besteht, ist Dulden fast immer die beste Lösung. Welche Anzeichen auf ein verstecktes Nest hindeuten, fasst der Beitrag Anzeichen für ein Hummelnest am Haus zusammen. Sitzt das Nest an einer wirklich störenden Stelle, kommt nur eine fachgerechte Umsiedlung mit Genehmigung der Naturschutzbehörde infrage.
Häufige Fragen
Wie sieht ein Hummelnest aus?
Es besteht aus unregelmäßigen, kugeligen Wachstöpfchen, in denen Pollen, Nektar und Brut lagern. Diese sind meist in einem dunklen Hohlraum oder unter Moos verborgen und von außen kaum sichtbar.
Wo nisten Hummeln am häufigsten?
Die häufige Erdhummel nistet unterirdisch in verlassenen Mäuse- oder Maulwurfgängen. Am Gebäude werden Rollladenkästen, Mauerspalten und Hohlräume hinter Verschalungen genutzt, andere Arten auch Nistkästen.
Wie groß wird ein Hummelnest?
Ein reifes Volk umfasst je nach Art nur etwa 50 bis 600 Tiere und bleibt damit klein. Das Nest selbst ist deutlich kompakter als ein Wespen- oder Bienennest.
Wie unterscheide ich Hummelnest und Wespennest?
Ein Wespennest ist eine sichtbare graue Papierwabe, ein Hummelnest besteht aus versteckten Wachstöpfchen ohne Papierstruktur. Außerdem ist der Flugverkehr bei Hummeln gemächlicher und brummender.
Darf ich ein gefundenes Hummelnest entfernen?
Nein. Hummeln sind besonders geschützt, das Entfernen oder Zerstören des Nestes ist ohne Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörde verboten und kann mit Bußgeldern geahndet werden.